Bericht Absegeln vom 1./2. Oktober 2016

Von Masseinheiten und Makramé knüpfen: Am Samstagmorgen trafen sich die Crews von 21 Schiffen im Hafeglöggli, um das Saisonende zu zelebrieren, obwohl noch sommerliche Temperaturen herrschten und damit das Saisonende noch gar nicht so greifbar war.

Markus und Marlene begrüssten als Organisatoren die Anwesenden und stellten gleich noch ihre Assistenz in Person von Sybille und Beat, genannt Sämi, vor. Wie Markus ausführte, sei das Anmeldeverhalten der Mitglieder sehr sprunghaft und extrem kurzfristig gewesen, was sie als Organisatoren vor einige Herausforderungen gestellt habe. Schlussendlich habe er es mit seinem Team aber hinbekommen, dass alle einen Platz und genug zu essen haben werden.

Der Hafen in Goldach ist sehr klein. Markus fragte deshalb bei Hafenmeisterin und Klubwirt nach, ob ca. 20 Schiffe Platz hätten. Das sei überhaupt kein Problem. Nach dem Versand der Schiffsliste an die Hafenmeisterin stellte sich aber heraus, dass die Masseinheit Schiff keine absolute, sondern eine relative Grösse ist. Reaktion der Hafenmeisterin: So viele grosse Schiffe! Markus warnte uns vor, dass wir eventuell im Päckchen oder etwas unkonventionell festmachen müssten. Nun, irgendwie geht das dann schon und so machte sich die Flotte auf nach Goldach. Das Wetter zeigte sich von seiner motorigen Seite, einige wagten sogar noch ein Abschlussbad im See.

Peter Eisold stellte sich als Platzeinweiser zur Verfügung und unterstützte damit nicht nur die Hafenmeisterin, sondern auch uns Ankömmlinge, den geeigneten Platz in dem relativ engen kleinen Hafen zu finden. Herzlichen Dank, Peter! Boxenplätze standen nicht sehr viele zur Verfügung, so wurde längs an den Dalben mit dem Heck zu den Querstegen angelegt. Im Päckchen musste am Schluss niemand liegen. Es war eine Augenweide zuzusehen, wie belegt und gefiert wurde, wie ein Festmacher nach dem andern aus der Backskiste hervorgeholt und mit Hingabe Macramé geknüpft wurde, um die richtige – und sichere – Position für das Schiff hinzubekommen (diese aus dem Orient stammende Knüpftechnik besteht im Wesentlichen aus Kreuzknoten, Webleinenstek und halben Schlägen).

Während die Crews noch fleissig mit Knüpfen beschäftigt waren, bereitete das Organisatoren-Team die Tische für Apéro und Essen im wunderschön, direkt am See gelegenen Klubhaus des SC Rietli vor. Dabei wurde viel Liebe in Details investiert: Blumensträusse auf den Apéro-Tischen, Fackeln rund um den Grillplatz, maritime, selber gemachte Tisch-Deko auf den Ess-Tischen. Die üppig und wunderschön angerichteten Apéro-Platten mit Leckereien vom Feinsten fanden grossen Anklang.  Petrus meinte es gut und verschonte uns trotz inzwischen arg dunkelgrauer Wolken vor dem Regen. Sämi machte sich etwas später daran, Fleischspiesse zu grillieren und das Team des SC Rietli baute ein sehr feines Salatbuffet auf. Verhungern musste definitiv niemand – geschmeckt hat es auch sehr gut. Nach dem Essen befand Markus, unsere Reaktionsfähigkeit zu testen und setzte zum Lottomatch an. Hochkonzentriert wurde den Zahlen gelauscht: entweder war die Karte nicht zu gebrauchen oder die Zahl, welche gezogen wurde, je nach Standpunkt. Bei den drei Durchgängen gab es aber trotzdem glückliche Gewinner, die einen kleinen Preis in Empfang nehmen durften. Nach so viel Aufregung waren Kaffee, ein Schnäpschen in Ehren und Dessert angesagt. Es war nicht irgendein Dessert, nein, Marlene hatte sich die unglaubliche Mühe gemacht, für sage und schreibe 52 Leute ein himmlisches Dessertbuffet ganz alleine herzustellen. Marlene, das war einsame Spitze!!!

Gut gelaunt und wohl genährt machte sich anschliessend eine Crew nach der anderen auf die Koje.

Obwohl bis spät abends auf den Beinen mit dem ganzen Aufräumen, waren die vier guten Seelen am Sonntag Morgen früh schon wieder unterwegs – nicht für sich, sondern um uns Schlafmützen frische Gipfeli und Brötchen ans Schiff zu liefern. Jedes Säckchen war mit dem Schiffsnahmen und einem herzlichen Guten Morgen angeschrieben – welch eine liebenswürdige Überraschung.

Im Laufe des Vormittags schlug das Wetter um, es kam Wind auf, der Regen setzte ein. Die ersten Schiffe verliessen zeitig den Hafen, die Crews gut eingepackt in Oelzeug. Wir liessen uns mit der Najade noch etwas Zeit und erwischten nach ein paar Sonnenstrahlen dann doch noch einen ordentlichen Schauer. In Romanshorn schien aber schon wieder die Sonne, die Temperaturen entsprachen nun eher dem Saisonende. Im Hafeglöggli offerierte Lisa Käseküchlein. Das Sitzleder der Crews hielt sich aber in Grenzen, die meisten zog es rasch nach Hause in die trockene warme Stube.

Es war ein wunderschönes, super gemütliches Wochenende. Dem Organisatoren-Kleeblatt sei hier ein ganz grosses, herzliches Dankeschön ausgesprochen.

Brigitte Lanz

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