Bericht zum Wintertreff 2020

Nach längerer Pause hat der SSCRo am 11. Januar wieder zu einem Wintertreff mit Besichtigung der SBS-Werft und gemütlichem Zusammensein im «Hafeglöggli» eingeladen. Die Neuauflage des Anlasses ist gelungen, wie dem Bericht von Beat Weber zu entnehmen ist.

Als ich etwas verspätet vor dem Hafeglöggli zur Runde der SSCRoler stiess, war unser Präsident Markus bereits bei der Begrüssung seiner Mitglieder. Durch mein Zuspätkommen habe ich leider die Worte von Markus verpasst. Sehr berührt aber hat mich Karthago, der in perfekter Hundesitzstellung mit grosser Aufmerksamkeit den Worten seines Meisters folgte.

Nach der Einführung von Markus übernahm die Organisatorin des Wintertreffs, Brigitte Lanz, das Wort und suchte natürlich einen Schreiberling für den obligaten Bericht. Wie üblich betretenes Schweigen und intensives Betrachten des bewölkten Himmels. Brigitte hat mich dann während der Führung durch die Werft persönlich angefragt, ob ich diese Aufgabe nicht übernehmen könnte. Dem Charme unserer ehemaligen Schatzmeisterin bin ich erlegen und konnte ihr einfach nicht «Nein» sagen. An dieser Stelle danke ich ihr für die Organisation dieses Wintertreffs und für die Ehre, dass sie mich als Berichteschreiber für würdig hält.

Nun zur Führung durch die SBS-Werft: Herr Matthias Enzler, ein junger, motivierter SBS Mitarbeiter, orientierte uns mit einem Video über den Umbau und die Vergrösserung der Werfthalle. Anschliessend führte er uns durch den ausgeweideten Rumpf des SBS-Flaggschiffs «St. Gallen». Mit Baujahr 1967 ist das Schiff ein Zeuge schweizerischer Industriegeschichte. Der Antrieb wurde bisher mit zwei SLM-Dieseln mit je 279 kW und Verstellpropellern von Escher Wyss geleistet. Die Schrauben drehten immer in der gleichen Richtung. Vorwärts- oder Rückwärtsschub wurde mit den verstellbaren Schraubenblättern kontrolliert. Gemäss Aussage von Herrn Enzler eine gute Sache für die Manövrierbarkeit und von den Schiffsführern sehr geschätzt.

Neu sind für den Vortrieb zwei Scania Motoren mit je 368 kW mit Wendegetrieben vorgesehen. Die zwei neuen Schiffsschrauben werden mit starren Blättern für den Schub sorgen.

Zum Aus- und Einbau der Motoren wurde auf der Backbordseite mit dem Schweissbrenner ein ca. 2,0 x 2,0 m grosses Loch in die Bordwand geschnitten und wieder sauber zugeschweisst.

Für die Erneuerung des Fäkalientanks dasselbe Prozedere auf der Steuerbordseite. Zur Verbesserung der Manövrierbarkeit wird neu ein elektrisch betriebenes Bugstrahlruder eingebaut. Die elektrische Energie für den Bugstrahler und überhaupt das ganze Schiff wird von zwei JCB-Dieselgeneratoren zu je 130 kW erzeugt. Auch die elektrischen Leitungen werden im ganzen Schiff neu verlegt.

Decks und Salons werden von der gleichen Innenarchitektin gestaltet, die zuvor auch das Restaurant «Hafen» und das MS «Säntis» eingerichtet hatte.

Ohne Beladung hatte die «St. Gallen» eine Verdrängung von 249 t. Für den Umbau wurden 70 t ausgebaut, allein aus dem Maschinenraum 20 t. Die neuen Motoren und die Verwendung neuer Materialien werden diese 70 t nicht ausgleichen und es muss noch gehörig Ballast eingelagert werden.

Für die Neumotorisierung und die aquadynamischen Berechnungen hat die SBS die Engineerings Dienste von «Shiptec » aus Luzern in Anspruch genommen. (https://www.shiptec.ch)

Für nicht ganz 5 Mio. CHF, wobei allein die Neumotorisierung 1.9 Mio. verschlingt, wird die «St. Gallen» runderneuert. Eigentlich ein guter Preis für ein praktisch neues Schiff. Am SBS-Hafenfest vom 18.4.2020 wird die «St. Gallen» sicher eine grosse Attraktion im Hafenbecken vom Romanshorn sein. Sollte sie nicht ganz fertig werden, kann man sie ja bestimmt auf dem Werftareal besichtigen.

Nach der interessanten Führung durften wir uns recht durstig zum Apéro ins «Hafeglöggli» begeben. In seinem Wintergarten schenkte André einen Weisswein aus der Zinnkaraffe ein. Sehr stilvoll! Nachdem der erste Durst gelöscht war durften wir es uns auf den alten Stühlen und an den Tischen der «St. Gallen» gemütlich machen. Bei einem sehr guten Fondue wurde angeregt erzählt und diskutiert. Isabel und André bedienten uns äusserst angenehm und unaufgeregt, trotz der vielen Leute. Dafür danke ich ihnen herzlich.

Im Wintergarten des «Hafeglöggli», unsere Fonduepfannen waren bereits leer, versammelte sich plötzlich eine neue Gruppe zum Apéro. Die Eisbären hatten ihre jährliche Zusammenkunft, bei nicht ganz eisigen Bedingungen. Das ist aber gut fürs Geschäft unseres beliebten Wirtes.

Beat Weber

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